Standhaft bleiben!

Protestaktion am Freitag in Sotschi

Roland Zschächner berichtet aus Sotschi

Sie sind unzufrieden und wollen deshalb standhaft bleiben. Am Freitag haben sich vor dem Medienzentrum im Olympischen Park von Sotschi ein Dutzend junger Sozialisten und Kommunisten versammelt, um gegen die Umsetzung der diesjährigen Weltfestspiele zu protestieren. Gleichzeitig erinnerten sie mit ihrer Aktion an die Ideale und Geschichte der Weltfestspielbewegung.

Am Anfang verteilten die Aktivisten Flugblätter an die Teilnehmer, kritisch beäugt von den ebenfalls anwesenden Sicherheitsleuten in Zivil. Doch Aufmerksamkeit, so ist es in aller Welt bekannt, erhält man erst mit einer Demonstration. Also wurden Fahnen, Transparente sowie Flugis genommen und sich auf in das Medienzentrum gemacht, wo viele der Veranstaltungen und die Messe der Freundschaft stattfinden.

Schon von weiten war die linke Manifestation zu hören, die in der Zwischenzeit auf knapp 50 Teilnehmer unter anderem aus der Türkei, der Schweiz, Indien und Venezuela angewachsen war. Internationalistische und revolutionäre Parolen wurden gerufen. Mehrmals wurden Runden in der Halle gedreht.

In dem verteilten Flugblatt mit der Losung »Weltfestspiele – Standhaft bleiben!« kritisierten die Aktivisten den kommerziellen Charakter der 19. Weltfestspiele der Jugend und Studenten und forderten dazu auf, das Treffen im Sinne des Antiimperialismus wieder zu politisieren.
Wir dokumentieren den Text des Flugblattes in deutscher Übersetzung.

Standhaft bleiben!


Wir sind Teilnehmer der Weltfestspiele der Jugend und Studenten. Aber wusstest du, dass das Festival eine lange antikapitalistische und antiimperialistische Tradition hat?


Wie waren die Weltfestspiele früher?


Es war ein Treffen für Frieden, gegen Imperialismus und gegen Kapitalismus. Und es war eine Zusammenkunft, damit sich die sozialistische und kommunistische Jugendliche bildet.


Wie sehen heute die Weltfestspiele aus?


Sie haben ihre edlen Ziele verloren. Anstatt eines Treffen für Diskussionen darüber zu sein, wie der Kapitalismus beendet und diesem Widerstand entgegengebracht werden kann, wurde die Weltfestspiele zu einem Event, das von Kapitalisten und Unterdrücker angeführt wird. Zum ersten Mal sponsern große Banken Bildungsveranstaltungen; organisieren Rüstungskonzerne und multinationale Unternehmen Veranstaltungen, um die Jugend von morgen in die Irre zu führen; nehmen faschistische Organisationen offen an den Weltfestspielen teil und verbreiten ihre gefährliche Ideologie.


Wie sollten die Weltfestspiele aussehen?


Wir als junge Sozialisten und Kommunisten wollen diese Entwicklung nicht hinnehmen. Wir fordern, dass die Weltfestspiele der Jugend und Studenten an die Ideale ihrer Gründung anknüpfen. In Zeiten verschärfter imperialistischer Aggressionen müssen die Weltfestspiele eine politische Veranstaltung bleiben, um die Arbeiterklasse zu befreien. Sie dürfen keine Schulungsveranstaltung für die zukünftigen Unterdrücker werden.

Fotonachweis

  • Protestaktion am Freitag in Sotschi: Roland Zschächner