Für Frieden und Gerechtigkeit: Weltfestspiele eröffnet

Mit der Friedenstaube und den Flaggen der Welt

Angehörige der vietnamesischen Delegation

Roland Zschächner berichtet für die Tageszeitung junge Welt aus Sotschi

Eine Menschentraube von gelben Pullovern bildete sich am Sonntag vor den Eingängen zum Olympischen Park in Sotschi. Unweit des Schwarzen Meeres wollten Tausende Jugendliche aus mehr als 180 Ländern an den ersten Veranstaltungen der 19. Weltfestspiele der Jugend und Studenten teilnehmen, noch bevor das Festival am Nachmittag offiziell eröffnet wurde.

Aus Kuba nehmen rund 250 Delegierte am Festival teil

Zum Auftakt hatten die Organisatoren im Olympiastadion eine Show organisiert, die den Vergleich mit der Inauguration der Olympischen Winterspiele 2014 am selben Ort nicht scheuen musste. Nach dem Auftakt mit der russischen Nationalhymne präsentierte sich das Gastgeberland mit einer farbenprächtigen Show voller poetischer Bezüge auf Wissenschaft, Technik und Sport. Auch ein Rückblick auf die Geschichte der Festivals fehlte nicht. So wurde daran erinnert, dass Tamara Bunke 1957 an den Weltfestspielen in Moskau teilgenommen hatte. Zehn Jahre später starb sie an der Seite Che Guevaras in Bolivien. Ein Sänger nutzte seinen Auftritt dazu, seine überraschte Freundin auf die Bühne zu holen und ihr vor Tausenden Zuschauern einen Hochzeitsantrag zu machen.

WBDJ-Präsident Nicolas Papademitriou

In einer kurzen Ansprache hob der Präsident des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WBDJ), Nicolas Papademitriou, die Bedeutung des diesjährigen Festivals hervor. Es finde statt in dem Land, dessen Menschen mit der Oktoberrevolution »vor 100 Jahren die Geschichte der Welt verändert und im Zweiten Weltkrieg den Faschismus besiegt« hätten. Auch heute gehe es um den Kampf gegen den Imperialismus, für Frieden und soziale Gerechtigkeit. Später eröffnete der russische Präsident Wladimir Putin mit einer weiteren kurzen Rede offiziell das Festival.

Der russische Präsident Wladimir Putin eröffnete das Festival

Foto: TASS Photo

Der russische Präsident Wladimir Putin eröffnete das Festival

Einen ersten Höhepunkt hatten viele Teilnehmer bereits am Samstag in Moskau erleben können. Ein Karnevalsumzug durch die russische Hauptstadt hatte dort das Festival eingeleitet. Damit sollte an die Weltfestspiele erinnert werden, die 1957 und 1985 in der damaligen Hauptstadt der Sowjetunion stattfanden. Der Demonstrationszug wurde von einem Fahnenmeer angeführt; auf Wagen wurde Musik gespielt, oder Delegationen dekorierten alte Militärtransporter in ihren Landesfarben. Viele der Teilnehmer hatten bereits die offizielle Festivalkleidung angezogen, was bei herbstlichen Temperaturen und Nieselregen keine schlechte Idee war.

Mitglieder des russischen kommunistischen Jugendverbandes

Anschließend ging es für sie mit dem Flieger nach Sotschi. Bis in den frühen Morgen erreichten Tausende junge Menschen die Stadt. »Wo kommst du her?« war die am meisten gehörte Frage am internationalen Flughafen. Und auch bei der Anmeldung kam es zum regen Austausch, denn Zeit war ausreichend vorhanden. Im großen und ganzen hatten die russischen Organisatoren alles im Griff; für eine freundliche Atmosphäre sorgten allein schon die vielen Freiwilligen, die aus ganz Russland und dem Ausland nach Sotschi gekommen sind, um für den Erfolg der Veranstaltung zu sorgen. Sie stehen meist gutgelaunt in ihren blauen Jacken bereit, um den suchenden Besuchern weiterzuhelfen.

Text erschienen am 16. Oktober 2017 in der Tageszeitung junge Welt

Hochzeitsantrag auf der Bühne

Foto: TASS Photo

Hochzeitsantrag auf der Bühne

 

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