Aufruf an die Jugend und Studierenden in Deutschland zu den 18. Weltfestspielen in Ecuador

Bundesweiter Aufruf zu den 18. Weltfestspielen

Bundesweiter Aufruf zu den 18. Weltfestspielen

Auf der ganzen Welt erfahren wir, die arbeitende und lernende Jugend, eine Offensive gegen ihre Rechte auf Frieden, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Sport und Kultur.

Auch in Deutschland wird uns gesagt, wir müssten alle „den Gürtel enger schnallen“, die öffentlichen Kassen seien leer und überhaupt müssten wir sparen. Die Umsetzung der Schuldenbremse führt zu massiven Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich, vor allem auf kommunaler Ebene. Gleichzeitig sollen die Gewinne der Banken und Konzerne auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung aufrecht erhalten und weiter gesteigert werden. Während deutsche Konzerne weiterhin Profite in Milliardenhöhe einfahren, sind die Reallöhne von 2000 bis 2010 in Deutschland um 5,4% gesunken. Es fehlen hunderttausende Ausbildungs- und Studienplätze. Arbeitslosigkeit, Minijobs, Werkverträge, Leiharbeit und unbezahlte Praktika sind daher für viele alltägliche Realität. Die Jugend ist dabei besonders betroffen.

In anderen Ländern der EU ist die Situation noch drastischer: in Griechenland und Zypern ist ein Drittel der Jugendlichen arbeitslos, in Spanien sogar die Hälfte. Dies wird sich noch weiter verschärfen, wenn die Spardiktate der Troika durchgedrückt werden. Es ist der Kampf der Herrschenden gegen die Vernichtung und Entwertung von Kapital. Mit ihm verschärft sich auch ihr Kampf untereinander um den Anteil an der Beute, den die deutschen Banken und Konzerne bislang maßgeblich zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Die deutsche Exportwalze drängt die Völker Europas in tiefere Abhängigkeit und Armut, die so genannten Rettungsschirme fließen direkt in die Taschen der deutschen Banken. Überall sollen wir für die Krise zahlen, die wir nicht verursacht haben.

Gleichzeitig nehmen Kriegseinsätze zu, wie der Krieg in Libyen oder in Syrien.Wir sollen mehr für imperialistische Kriege in aller Welt zahlen und akzeptieren, dass Menschen sterben, damit Absatzmärkte und Rohstoffquellen für die Unternehmen und Banken geschützt werden. In Deutschland wirbt die Bundeswehr im öffentlichen Raum, insbesondere an Schulen, um Kanonenfutter für die künftigen Konflikte zu rekrutieren und gesellschaftliche Akzeptanz für ihre Kriege zu erreichen. Dabei nutzt sie die Lage der Jugendlichen aus und lockt mit Ausbildungsplätzen und Studium, wenn man sich zum Töten verpflichtet und sein Leben aufs Spiel setzt.

Doch es regt sich Widerstand. In den Massenprotesten und Streiks in Griechenland und Portugal oder in der Studierendenbewegung in Chile setzen sich Menschen gegen den Abbau sozialer und demokratischer Rechte und für den Frieden ein. In all diesen Kämpfen spielt die Jugend eine tragende Rolle. Auch in Deutschland setzen sich Schüler_innen Auszubildende und Studierende für bessere Bildung und Ausbildungsplätze, gegen Studiengebühren, Naziaufmärsche und Bundeswehrauftritte an Schulen ein. In der Gewerkschaftsjugend, in SchülerInnenvertretungen, in Jugend- und Studierendenverbänden organisieren sich junge Menschen, um ihre Rechte gegenüber den Unternehmern durchzusetzen.

Der deutsche Imperialismus hat seine Position aber auch deshalb stärken können weil die Lohnabhängigen in Deutschland ihre Kämpfe bisher nicht verstärkt haben. Den Widerstand der Jugendlichen in Deutschland gegen die Offensive der Herrschenden weiter zu stärken ist daher sowohl notwendig zur Erkämpfung unserer Rechte als auch internationalistische Pflicht.

Die Weltfestspiele sind dabei ein wichtiges internationales Forum zum Austausch über die verschiedenen Kämpfe der Jugend und Studierenden aus der ganzen Welt. Jugendliche kommen dort zusammen und bringen ihre unterschiedlichen Erfahrungen ein. Sie kommen aus Staaten der Industrienationen, wo sie ihre unter Beschuss stehenden Rechte verteidigen. Sie kommen aus ausgebeuteten Ländern der sogenannten Dritten Welt, wo sie unter ungleich schwereren Bedingungen Widerstand leisten und Fortschritte erringen. Sie kommen aber auch aus Ländern in denen wesentliche soziale und politische Grundrechte verwirklicht sind.

Gerade in Lateinamerika regt sich zunehmend antiimperialistischer Widerstand. Im Dezember 2013 finden die 18. Weltfestspiele der Jugend und Studierenden in Ecuador statt. Dort formiert sich die Bevölkerung in der sogenannten Bürgerrevolution, unter Leitung des amtierenden Präsidenten Rafael Correa, durch das Demokratisierung, Bildung und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für alle Ecuadorianer_innen erreicht werden sollen.

Fahren wir gemeinsam nach Quito um internationale Solidarität zu üben und unsere Erfahrungen aus sozialen Kämpfen auszutauschen:

Jugend vereint gegen Imperialismus – für eine Welt des Friedens, der Solidarität und des sozialen Fortschritts!

Unterstützt von: Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), Cuba Sí, Förderverein Weltfestspiele, Verband der Studierenden aus Kurdistan – YXK e.V.

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